Plenum

Im Anschluß an die Mittagspause geht es im Plenum weiter. Vier Vorträge mit jeweils 45 Minuten Dauer versorgen die Teilnehmer mit Informationen aus erster Hand. Nach dem Vortrag ist jeweils Zeit zur Diskussion mit dem Referenten vorgesehen.

Folgende Themen sind geplant:

 

 

Dekompressionsphysiologie - Mikrogasblasen - Ursachen und Wirkung

Taucher sind mit zunehmender Wassertiefe erhöhten Umgebungsdrucken ausgesetzt. In Abhängigkeit vom Atemgas kommt es dabei zu einer Aufsättigung des Blutes und der Körpergewebe mit einer erhöhten Menge von Inertgasen, wie Stickstoff. Wie schnell und in welchem Umfang die verschiedenen Gewebe aufgesättigt werden, hängt von der Durchblutungsrate und der Zeitdauer des Aufenthalts in bestimmten Tiefen ab. Mit dem Auftauchen und der damit verbundenen Reduzierung des Umgebungsdrucks (Dekompression), besteht in den übersättigten Körpergeweben das Risiko der Gasblasenbildung aus den gelösten Inertgasen. Die tolerierbare Druckreduktion wird seit mehr als hundert Jahren untersucht. Trotz umfänglich, empirisch und experimentell entwickelten Dekompressionsmodellen, entstehen jedoch auch bei Tauchgängen nach modernen Austauchtabellen Mikrogasblasen im Blut [1].

Die Bildung von Gasblasen steht vermutlich in Zusammenhang mit vorbestehenden sogenannten Nuklei [2]. Gasblasen können an diesen Störstellen, beispielsweise Endothellücken, und durch hydrodynamische Cavitation bei turbulenten Blutströmungen entstehen.
Weiterhin wird die Entstehung von Mikropartikeln aus Fragmenten von Zellmembranen in Zusammenhang mit der Bildung von Gasblasen diskutiert [3].

Zirkulierende Gasblasen können mit der Dopplersonographie und Echokardiographie identifiziert und quantifiziert werden [4].

Es besteht bis heute übereinstimmend die Auffassung, dass der dopplersonographische Nachweis von größeren Mengen venöser Gasblasen, mit einem höheren statistischen Risiko für das Auftreten einer Dekompressionserkrankung korreliert [1, 5].

 

Literatur / Quellen:

  1. Dunford RG, Vann RD, Gerth WA, Pieper CF, Huggins K, Wacholtz C, Bennett PB. The incidence of venous gas emboli in recreational diving. Undersea Hyperb Med. 2002;29:247-59.
  2. Blatteau JE, Souraud JB, Gempp E, Boussuges A. Gas nuclei, their origin, and their role in bubble formation. Aviat Space Environ Med. 2006;77:1068-76.
  3. Thom SR, Milovanova TN, Bogush M, Yang M, Bhopale VM, Pollock NW, Ljubkovic M, Denoble P, Madden D, Lozo M, Dujic Z. Bubbles, microparticles, and neutrophil activation: changes with exercise level and breathing gas during open-water SCUBA diving. J Appl Physiol 2013;114:1396-405.
  4. Nishi RY, Brubakk AO, Eftedal OS. Bubble detection. In: Brubakk AO, Neuman TS eds. Bennett and Elliot’s physiology and medicine of diving, 5th ed. London: WB Saunders; 2003:501-29.
  5. Eckenhoff RG, Olstad CS, Carrod G. Human dose-response relationship for decompression and endogenous bubble formation. J Appl Physiol. 1990;69:914-8.

Referent: PD Dr. Björn Jüttner

 

 

Deep-Stops und aktuelles zur Dekompression

Es wird das gesamte Thema Besonderheiten bei der Dekompression auf aktuellen Stand gebracht.

Dabei geht es um:

- Körperliche Belastung vor / beim / nach dem  Tauchen

- Reverse Tauchprofile

- Begünstigende Faktoren


Referent: Prof. Dr. Claus-Martin Muth 

 

 

Tauchunfälle aus Sicht des Gutachters

Tauchunfälle werden aus dem Blickwinkel des vereidigten Gutachters beleuchtet.

Was sind Hauptgründe?

Wo sind die Schwierigkeiten bei der Analyse?

Was kann man tun, um grobe Fehler zu vermeiden?

Referent: Dr. Dietmar Berndt

 

 

Gerätetauchen bei Kindern und Jugendlichen

Teil 1: Kinder- und Jugendtauchen aus medizinischer Sicht (15-20 min)

Einleitend soll ein kurzer Überblick über die medizinischen Besonderheiten beim Tauchen Kindern und Jugendlichen im Vergleich zu Erwachsenen gegeben werden.

Wer sich für das Thema mehr interessiert, dem sei die Teilnahme am Workshop "Taucherarztsprechstunde" empfohlen.

Referent: Karsten Theiß

 

Teil 2: Kinder- und Jugendtauchen aus Sicht des Tauchausbilders (25-30 min)

Das Tauchen von Kindern und Jugendlichen erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Es muss nicht immer sofort das Tauchen mit Leichttauchgerät sein, aber dieses Ziel lockt die Jugendlichen in die Vereine und die Tauchausbildung.

Auch im Bereich der DLRG wird eine Hinführung zum Tauchen bereits als ein Element der Jugendarbeit genutzt.

Der Workshop soll sich mit den Möglichkeiten des Kinder- und Jugendtauchens beschäftigen, dieses vor allem vor dem Hintergrund der Nachwuchsarbeit.

 

Referent: Thomas Schwanenberger